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15. September 2014

Strombezug im öffentlichen Bereich

Der Strombezug für alle öffentlichen Gebäude sowie die Straßenbeleuchtung und sonstige Anlagen der Universitäts- und Hansestadt Greifswald

Die Bürgerschaft der UHGW beschließt:

1. Der Strombezug für alle öffentlichen Gebäude sowie die Straßenbeleuchtung und sonstige Anlagen der Universitäts- und Hansestadt Greifswald wird ab 01.01.2015 an die Fernwärme Greifswald GmbH übertragen.
2. Das von der Fernwärme Greifswald GmbH angebotene KWK Stromprodukt mit 100% KWK Strom wird bezogen.
3. Sobald eigener regional erzeugter Strom aus erneuerbaren Energien zur Verfügung steht, soll ein Wechsel auf dieses durch die Energieerzeugungsanlagen der Stadtwerke Greifswald bereitgestellte Stromprodukt erfolgen. Die Umstellung kann auch in Teilschritten geschehen.

Sachdarstellung/ Begründung

Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist die Bezeichnung für die gleichzeitige Strom- und Wärmeerzeugung. Dabei wird die Abwärme der Stromerzeugung zur Aufbereitung des Fernwärme-Heizwassers verwendet. Der KWK-Wirkungsgrad liegt zwischen 80-90%, d.h. die Primärenergie (fossiles Erdgas) wird maximal genutzt. Damit einher geht eine deutliche Verringerung der CO2 Emissionen. Die Erzeugung und damit ein großer Teil der Wertschöpfung des KWK Stromprodukts erfolgt regional über die KWK-Anlagen am Standort Greifswald.

Mit der Abnahme des KWK-Stromes werden die Bemühungen der Stadtwerke Greifswald für einen wirtschaftlichen Betrieb der eigenen Fernwärme- und Energieerzeugungsanlagen unterstützt. Die Fernwärmesatzung und die langfristige Abnahme von KWK Strom sind Bausteine für einen nachhaltigen regionalen Energieerzeugungsmix, der emissionsarm und wirtschaftlich konkurrenzfähig ist.

Die Tabelle, basierend auf der Zusammenfassung der Angebote zeigt die jährlichen Kosten, das absolute und prozentuale CO2 Einsparpotential sowie die spezifischen Kosten pro eingesparter Tonne CO2.

Angebot Bezeichnung

Kosten/Jahr

(€)

Mehrkosten

(€)

CO2 Emission

(t/a)

CO2 Reduzierung

(t/a); %

Kosten der Reduzierung

(€/ t)

1 Normalstrom 1241900 0 3151  0; 0% 0
2 100% KWK Strom 1251631 9731 1237 1914; 61% 5,08
3.1 100% Grünstrom 1259367 17467 0 3151; 100% 5,54
3.2 100% GRünstrom zertifiziert 1276809 34909 0 3151; 100% 11,08
3.2.a 100% Grünstrom zert. mit Bonus 1264333 22433 0 3151; 100% 7,12

Die billigste Lösung mit der höchsten CO2 Emission ist der Normalstrom. Grünstrom in den verschiedenen Varianten vermeidet die CO2 Emission, ist aber am teuersten. KWK-Strom erreicht mit einer vergleichsweise geringen Kostensteigerung von ca. 10T€ pro Jahr eine wirksame Reduktion der CO2 Emission um ca. 60%. Mit KWK Strom wird pro eingesetzten Euro Mehraufwand der größte Effekt erreicht.

Mit anderen Worten: Mit KWK-Strom wird am effektivsten die CO2 Reduktion unterstützt.

Bei allen Grünstrom-Varianten ist zu kritisieren, dass dieser aus einer Anlage stammt, die seit ca. 1980 am Netz ist. Deren Energie wurde schon immer in das Verbundnetz mit Normalstrom eingespeist. Eine Vermarktung mit Grünstrom-Label steigert den Gewinn des Anbieters, leistet aber keinen aktuellen Beitrag zur Erhöhung des absoluten Anteils an CO2freiem Strom im Energiemix. Die Greifswalder KWK-Anlagen sind dagegen in den letzten Jahren neu errichtet worden und auf dem Stand der Technik. Der zusätzliche KWK-Strom aus neuen Anlagen substituiert Normalstrom und verbessert dadurch nachhaltig den Energiemix.

Mit der regional gebundenen KWK-Stromversorgung entscheidet sich Greifswald für einen wirtschaftlich vernünftigen und nachhaltigen Weg zum Klimaschutz.

Die Stadtwerke werden ausdrücklich ermuntert, zukünftig neue Stromprodukte anzubieten, die unter gleichen wirtschaftlichen Eckdaten die CO2 Bilanz weiter verbessern.

Finanzierung

Teilhaushalt Produkt- Sachkonto Bezeichnung Betrag in €
alle alle/ 52260000 Energiekosten Ca. 1,3 Mio €

 

Abstimmung

Beratungsfolge verhandelt-beschlossen        am         TOP         Abst.            ja          nein        enth.
Bürgerschaft 15.09.2014          4.1.1 mehrheitlich            12            0

 

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