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4. September 2015

Nachgefragt: Kinderbetreuung in den Ferienzeiten im Landkreis Vorpommern-Greifswald

Sehr geehrte Frau Dr. Syrbe,

im Rahmen der Diskussion um die Schließzeiten von Kindertagesstätten in den Sommerferien bitte ich Sie folgende Fragen zu beantworten:

mit freundlichen Grüßen,

David Wulff (FDP)

1. In welchem Umpfang existieren derzeit während der Sommerzeit oder anderen Jahreszeiten Schließzeiten in den Kindertagesstätten des Landkreises unter Berücksichtigung der seitens des Kreises mit den Kitaträgern abgeschlossenen Leistungsvereinbarungen? Wie vielle Kitas des Landkreises verfügen über Schließzeiten? Welche Regelungen gibt es dazu mit dem Landkreis als Träger der öffentlichen Jugendhilfe?

Leider gibt es keine Statistik in der aufgeschlüsselt ist, welche Kindertageseinrichtungen in welchem Umfang Schließzeiten in Anspruch nehmen. In den Leistungsbeschreibungen der  Kindertageseinrichtungen werden die Schließzeiten formuliert, in der Verhandlung dann besprochen und berücksichtigt.

2. Wie wird während der Schließzeit einer Kindertagesstätte eines Kindes oder Ferien der betreuenden Kindertagespflegeperson der gesetzliche Anspruch der Eltern auf Betreuung des Kindes durch den Träger der örtlichen Jungendhilfe sichergestellt? Welche Ausweich- oder Vertretungsmöglichkeiten werden Eltern bei Schließzeiten einer Kita oder dem Urlaub einer Kindertagespflegeperson durch den Landkreis angeboten? Welche Vertretungsmodelle werden bei Kindertagesstätten und Kindertagespflegepersonen praktiziert?

Über Schließzeiten von Kindertageseinrichtungen werden die Eltern grundsätzlich von den Trägern beim Abschluss des Betreuungsvertrages und jeweils spätestens zu Beginn eines Jahres für das laufende Jahr informiert, so dass auch Eltern eine Planungsgrundlage haben. Viele Träger bieten bei Schließzeiten die Betreuung von Kindern in sogenannten Notgruppen an. Dieses Angebot wird von Eltern genutzt, die selbst keinen Urlaub zu diesen Zeiten nehmen können. Hat ein Träger zwei oder mehrere Einrichtungen in einem Ort, werden die Kitas abwechselnd geschlossen. Eltern haben aber auch die Möglichkeit, als „Besucherkinder“ eine Einrichtung eines anderen Trägers während der Schließzeit ihrer Kita zu nutzen.

Dabei ist das Jugendamt unterstützend tätig. Auch Tagespflegepersonen werden mitunter in die Vertretung einbezogen. Tagesmütter regeln ihre Schließzeiten mit den Eltern in der Regel im Betreuungsvertrag. Hierbei gibt es unterschiedliche Verfahrensweisen. So sind Eltern u.U. selbst für die Organisation einer Vertretung verantwortlich. Eltern werden aber auch Vertretungstagespflegepersonen benannt, in der Regel Personen, mit denen die eigene Tagesmutter regelmäßig zusammenarbeitet und die die Kinder auch gut kennen. Es gibt aber auch Tagespflegepersonen, die eine Kooperationsvereinbarung mit einer Kita haben, in der auch Vertretungen bei Schließzeiten vereinbart sind. In einigen Fällen wenden sich Eltern auch an das Jugendamt und diese werden dann von den Fachberatern/innen bei der Lösung ihres Problems unterstützt.

3. Wie stellt der Kreis als Träger der öffentlichen Jungendhilfe die Beachtung des gesetzlichen Elternmitwirkungsrechte bei der Ausgestaltung der Öffnungszeiten der Kindertagesstätte entsprechend KiföG sicher?

Im Rahmen der Betriebserlaubnisverfahren in den Kindertageseinrichtungen werden Öffnungszeiten der Einrichtungen hinterfragt und Änderungen entsprechend der Bedürfnisse von Eltern besprochen. Die Fachberaterinnen des Jugendamtes wirken in Gesprächen mit den Leitern und Leiterinnen darauf hin, Elternmitwirkungsrechte ernst zu nehmen und zu beachten. Ebenso wird das Thema in Koordinierungsgesprächen mit den externen Fachberaterinnen angesprochen. Elternräte nutzen aber auch die Möglichkeit im direkten Kontakt mit dem Jugendamt, um Fragen bei der Ausgestaltung von Öffnungszeiten zu klären.

Bei weiteren Fragen stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen des Sachgebietes Kita im Jugendamt zur Verfügung.

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