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12. September 2013

Keine weiteren Finanzspritzen für das Theater – Einnahmen durch Besucher müssen deutlich steigen … und nicht sinken

Das Theater Vorpommern erhält jährlich Zuschüsse von rund 13,8 Millionen Euro durch die Gesellschafter und das Land. Allein Greifswald zahlt jedes Jahr über 3 Millionen Euro aus dem städtischen Haushalt an das Theater. Hierzu hat sich die Bürgerschaft bis einschließlich 2014 selbst verpflichtet, nachdem Ende 2009 die prekäre Finanzlage des Theaters ein politisches Eingreifen erforderte, um weiterhin ein hochwertiges Theater- und Konzertangebot in unserer Region zu gewährleisten.

Die nun veröffentlichten Besucherzahlen lassen uns an der Realisierbarkeit der damaligen Finanzplanung zweifeln. Immerhin gingen die Planungen zumindest von stagnierenden Besucherzahlen und damit konstanten Einspieleinnahmen von rund 2,27 Millionen Euro pro Jahr aus. Der Kostendeckungsgrad durch Besuchereinnahmen betrug bereits 2010 nur geringe 13%. Die FDP verband daher die Mittelbewilligung für das Theater mit der Forderung, dass die Einnahmen durch Theaterbesucher erhöht werden müssen. Angesichts der hohen städtischen Zuschüsse an das Theater halten wir diese Forderung weiter für gerechtfertigt. Gerade auch vor dem Hintergrund, dass andere Einrichtungen wie der Tierpark, die Musikschule oder die Stadtbibliothek mit deutlich geringen Zuschüssen auskommen müssen und einen mindestens ebenso hohen Beitrag zur Lebensqualität in Greifswald leisten.

Mit Mindereinnahmen von 197.000 Euro in der ersten Spielzeit reduziert sich der ohnehin geringe Anteil der Besuchereinnahmen abermals. Sollte sich diese Entwicklung in der zweiten Spielzeit fortsetzen, machen die Einnahmen der Besucher bald weniger als 10% am Gesamtaufwand des Theaters aus. Die FDP steht zu ihrer Selbstverpflichtung bezüglich des städtischen Zuschusses für das Jahr 2014, wird die negative Entwicklung aber nicht weiter mittragen. Darüber hinausgehenden Ausgaben für das Theater erteilen wir in der derzeitigen Situation eine klare Absage. In diesem Sinne wird die FDP auch nicht den Ausgaben zur Planung eines Theateranbaus, wie von der CDU in der nächsten Bürgerschaftssitzung beantragt, zustimmen. Dies macht zudem keinen Sinn, solange kein grundlegendes Konzept für die künftige Gestaltung des Theaterbetriebes und einer dazugehörigen Bedarfsermittlung vorliegen.

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