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16. Juli 2013

FDP besichtigt Stadtarchiv – Schimmelbefall nicht hinnehmbar

Am heutigen Nachmittag besuchte die Greifswalder FDP das Stadtarchiv in der Arndtstraße. Die Besichtigung von Räumlichkeiten und Archivgut lag vielen Vorstands- und Fraktionsmitgliedern schon lange am Herzen. Immerhin war die miserable Unterbringung von Jahrhunderte alten Dokumenten, die das Gedächtnis unserer traditionsreichen Stadt darstellen, schon häufig Gegenstand der Kritik. Kein Wunder, denn die derzeitige Herberge bezog das Archiv in der Mitte der 1980er Jahre als provisorische Unterkunft. An eine dauerhafte Einlagerung der mittlerweile rund 660 laufenden Meter Archivmaterials im Keller dieses Gebäudes hatte damals freilich niemand gedacht. Dennoch lagern seitdem die historischen Schätze unserer Stadt in Kellergewölben eines Stadthauses, welche in den Jahren zuvor noch ein Betrieb für die Abfüllung von Mineralwasser nutzte.

Vor diesem Hintergrund erklären sich die Sorgen von Herrn Kiel, dem Leiter des Stadtarchivs: An der Kellerdecke über den Dokumenten führen Wasserrohre entlang; die Gefährdung des Archivguts durch einen möglichen Rohrbruch ist nicht zu übersehen. Aufgrund der Einlagerung im Keller sind die Urkunden und Schriftstücke zudem auch durch eindrückendes Grundwasser und Rückstau aus der Kanalisation in starken Regenperioden gefährdet. Dennoch stellte sich eine weniger augenscheinliche Gefahr als die kurzfristig akutere heraus: Im September 2012 stellten die Mitarbeiter des Archivs einen Schimmelbefall an zahlreichen Kartons und Papieren fest. Offenkundig begünstigte der lange feuchte Sommer vergangenen Jahres das Ausblühen der Schimmelsporen. Obwohl man eine relative Luftfeuchtigkeit von unter 55% anstrebe, erreichten die Werte im Keller des Stadtarchivs in bestimmten Situationen auch schon mal rund 70%, erläuterte Herr Kiel. Der Erfolg des Einsatzes von Luftentfeuchtern ist beschränkt.

Folgerichtig diskutierten die Anwesenden zum Schluss ihrer Besichtigung Alternativen zur derzeitigen Situation. Zusammen mit Herrn Wächter, der die Diskussion mit seinen Erfahrungen im Landesarchiv und im Evangelischen Kirchenarchiv bereicherte, wurden die Vor- und Nachteile verschiedener Varianten durchgespielt: von einem Anbau an das derzeitige Gebäude über den Umbau anderer Liegenschaften bis hin zum vollständigen Neubau an unterschiedlichen Standorten.

Wir Liberale verabschiedeten uns mit dem deutlichen Eindruck, dass wir für unser Stadtarchiv dringend eine neue Bleibe benötigen. Hierfür sicherten wir den Mitarbeitern unsere Unterstützung und Hilfe zu. Eine erneute Vertröstung in Sachen Neubau und ein abermaliges Provisorium darf es nicht mehr geben. Wer unsere Geschichte auch zukünftigen Generationen bewahren will, den kann die derzeitige Lage unseres Greifswalder Kulturgutes nicht kalt lassen.

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