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22. September 2015

Englisch als ergänzende Verwaltungssprache

Die FDP Greifswald fordert mit einstimmigen Beschluss des Vorstandes:

In allen relevanten Verwaltungsbereichen soll Englisch als ergänzende Verkehrssprache zum Standard werden.

Die Fremdsprachenkompetenz der Beschäftigten innerhalb der Stadtverwaltung ist entsprechend zu fördern und weiterzuentwickeln, damit Kundinnen und Kunden in allen relevanten Bereichen der Stadtverwaltung auf Wunsch auf Englisch kommunizieren können.

Das entsprechende Qualifizierungsangebot ist zielgerichtet zu ermitteln und gegebenenfalls entsprechend auszuweiten.

Greifswald ist eine internationale, weltoffene Stadt. Das gilt für die zahlreichen Touristen, die Greifswald besuchen, ebenso wie für die Gäste unserer Universität, Geschäftsleute, Investoren, ausländischen Fachkräfte und nun auch Flüchtlinge. Und in nahezu allen Lebensbereichen ist auch die städtische Verwaltung mit ihren Angeboten und Dienstleistungen involviert. Gleichwohl gilt auch in Greifswald: „In Deutschland ist die Amtssprache Deutsch.“ So steht es in § 23 (1) Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG). Und gerade in Bezug auf rechtsverbindlichen Behördenverkehr ist dies auch sinnvoll.

Die genannte Regelung schließt allerdings nicht aus, dass Beschäftigte der öffentlichen Verwaltung mit ihren unterschiedlichen Kundinnen und Kunden im  Bedarfsfall auch (z.B.) englisch sprechen. Hier setzt dieser Antrag an, Englisch zu einer ergänzenden Sprache in der Verwaltung der Universitäts- und Hansestadt zu machen. Diese Forderung ergibt für Greifswald in besonderem Maße Sinn, denn durch das Image der Universitäts- und Hansestadt als bedeutender Wissenschaftsstandort mit Gastdozenten und Forschern aus aller Welt, sowie der zentralen Lage im Ostseeraum und der engen Partnerschaft mit Polen haben wir häufig internationale Gäste zu begrüßen. Die Gewissheit, dass Unternehmen und Institutionen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Behördengängen und sonstigen Kontakten mit Verwaltungsbeschäftigten in Englisch kommunizieren können, ist ein Wettbewerbsvorteil im Ringen um die Neuansiedlung internationaler Unternehmen und die Stärkung des Wissenschaftsstandortes Greifswald, und damit bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Die Verwaltung verfügt bereits in vielen Bereichen über eine hohe Fremdsprachenkompetenz; beispielhaft werden hier das Beauftragtenbüro  oder der Bereich Wirtschaft/Tourismus und Kultur genannt. Viele Beschäftigte der Verwaltung verfügen über Schulenglisch-Kenntnisse. Allerdings ist davon auszugehen, dass den meisten Beschäftigten ebenso wie allen Bürgerinnen und Bürgern Greifswalds, die nicht ehrenamtlich oder beruflich regelmäßig in einer anderen Sprache als Deutsch kommunizieren, die Routine in der alltäglichen Anwendung, die Möglichkeit, das Erlernte zu erhalten und zu vertiefen, fehlt. Für eine Ergänzung des Angebotes um eine Kommunikation in englischer Sprache, muss daher den betreffenden Beschäftigten diese Kompetenz professionell vermittelt werden.

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