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27. August 2018

Offener Brief zum Denkmalschutz der Alten Mensa am Wall

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Fassbinder,

über die Nachnutzung der alten Mensa am Schießwall wird bereits seit Jahren diskutiert und spekuliert. Das Gebäude, im Eigentum der Universität Greifswald befindet sich an zentraler städtebaulicher Stelle. Mit dem richtigen Nachnutzungskonzept hat es das Potential einen starken Impuls für die künftige städtische Entwicklung zu setzen.

Am 08. August 2018 trafen sich in der alten Mensa der Minister für Digitalisierung, Christian Pegel, Vertreter der Universitäts- und Hansestadt, der Universität, der Wirtschaftsförderung, der WITENO, des Studierendenwerks, des Mensaclubs und Vertreter der Start-Ups Greifswalds, um den Beginn eines neuen Gründer- und Innovationszentrums für die Digitale- und Kreativwirtschaft einzuläuten.

Der Weg dorthin ist sicherlich noch weit. Aber eins hat dieses Treffen mit Sicherheit demonstriert. Die Einigkeit aller Beteiligten, dass das vorgeschlagene Konzept tragfähig, zukunftsweisend und ein Gewinn für ganz Greifswald ist.

Diesem Prozess steht nun die drohende Unterdenkmalstellung des Gebäudes gegenüber.
Für die Eintragung als Denkmal ist die Stadt Greifswald mit der unteren Denkmalschutzbehörde zuständig. Als Oberbürgermeister sind Sie für die Verwaltung als Ganzes verantwortlich.

Ich bitte Sie, sich gegen die Eintragung der alten Mensa als Denkmal auszusprechen.

Sie würden mit der Erteilung des Denkmalschutzes die Nachnutzung des Gebäudes erheblich erschweren.

Sicherlich haben viele Studierende und ehemalige, sowie viele Greifswalderinnen und Greifswalder eine starke emotionale Bindung zu dem Gebäude aufgebaut. Aber das Haus soll auch nicht abgerissen werden, die grundlegende Optik soll beibehalten werden und auch der Mensaclub soll sein Zuhause behalten. Der Charme des alten Hauses soll neue Kreativität der künftigen Gründer beflügeln.

Der beste Schutz der alten Mensa am Wall ist das neue Konzept des Gründer- und Innovationszentrums.

Im Sinne der künftigen Entwicklung der Stadt sollten Sie auf eine Eintragung als Denkmal verzichten.

mit freundlichen Grüßen,

David Wulff

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