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22. Mai 2018

Glasfaserausbau beschleunigen

Die FDP Greifswald fordert den Oberbürgermeister der Universitäts- und Hansestadt Greifswald auf das städtische Unternehmen WVG Greifswald GmbH zum Glasfaserausbau bis in die Wohnungen zu verpflichten. Es gibt gute Gründe, weshalb sich die WVG am Glasfaserausbau in der Stadt beteiligen sollte. Der Ausbau der Glasfaser-Infrastruktur wird entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der Stadt Greifswald sein.

Breite Basis für die Glasfaser-Infrastruktur

Während die WGG Greifswald auf eigene Initiative bereits flächendeckend mit dem Ausbau eines Glasfasernetzes für die eigenen Wohnungen begonnen hat, plant die WVG „die Erfahrungen der Mieter voraussichtlich in 2020 über Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Leitungsarten in einer vergleichenden Befragung zu erkunden, um die gegenwärtig lediglich gefühlten Vorteile eines Glasfasernetzes erfassen zu können“. Wie aus einer Anfrage der FDP an die Verwaltung hervorgeht.

Ein Glasfasernetz in Greifswald über alle WGG und WVG Wohnungen hinweg, würde die Gesamtversorgung der Stadt auf über 60% bringen und den Ausbau deutlich beschleunigen.

Durch die bereits verlegten Glasfaserkabel quer durch Greifswald würden sich auch die in privatbesitz befindlichen Grundstücke deutlich schneller und kostengünstiger an das Glasfasernetz anschließen lassen. Somit würde die WVG mit einem eigenen Ausbau einen maßgeblichen Teil zur Stadtentwicklung beitragen.

Wertsteigerung des städtischen Vermögens

Die Stadt Greifswald ist 100%ige Gesellschafterin der WVG GmbH. Das bedeutet auch, dass das Vermögen der WVG der Stadt Greifswald gehört. Als Stadt ist es auch unsere Aufgabe unser Vermögen zu erhalten.

Eine Investition in den Glasfaserausbau, ist eine Maßnahme zum Werterhalt. Immobilien ohne zukunftsfähigen Glasfaseranschluss werden in absehbarer Zukunft weniger Wert sein, als angeschlossene Immobilien.

Eine Frage der Kosten?

Wir fordern als Freie Demokraten nicht, dass die WVG selbst Kabel verlegt oder als Internetprovider auftritt. Die Kernaufgabe bleibt die Bereitstellung von Wohnungen. Die WVG soll sich jedoch mit möglichen Partnern zusammensetzen, um einen Ausbau zu beschleunigen. Die Refinanzierung erfolgt dann über die üblichen Nutzungsentgelte der Verbraucher.

So kostet zum Beispiel eine normale 30Mbit/s Leitung bei der Wemacom in Schwerin 35,-€/mtl. Eine klassische VDSL Verbindung mit ähnlicher Bandbreite kostet bei Vodafone oder der Telekom ähnlich viel. Der Unterschied ist jedoch, dass es nicht „bis zu“ 30Mbit/s sind, sondern garantiert und ohne Störung. Und auch beim Upload.

Heute Glasfaser und morgen immer noch schnell.

Wir fordern heute Gigabit für Greifswalds Schulen. Wir wissen aber auch, dass wir in Zukunft eher über Terabit statt Gigabit reden werden. Mit der Glasfasertechnologie werden wir mit geringeren Investitionen auch in Zukunft mit dem stetig wachsenden Bedarf mithalten können. Auch in privaten Haushalten.

Link: So macht es die Stadt Schwerin.

Kleine Anfrage zum Breitbandausbau in Greifswald vom 29. Oktober 2017

Welche Strategie verfolgt die städtische WVG bei der Versorgung ihrer Mieter mit Glasfaseranschlüssen? Wie viele Haushalte der WVG sind bereits mit Glasfaser versorgt und in welchem Zeitraum werden alle WVG Mieter mit entsprechenden Anschlüssen versorgt sein?

Der WVG ist bisher ist nicht bekannt, in welcher Form die Wohnungsbestände der WGG mit Glasfaseranschlüssen ausgestattet werden. Bei Glasfaseranschlüssen können grundsätzlich vier unterschiedliche Anschlussvarianten vorliegen, die sich in FTTC, FTTB, FTTH und FTTD untergliedern lassen. Die Variante Fibre-To-The-Desk (FTTD) liegt dabei in der Hand des jeweiligen Nutzers, da hierunter der Anschluss der Geräte an den Anschlusspunkt in der Wohnung (Fibre-To The-Home) zu verstehen ist. Die Erneuerung der gesamten Hausverteilernetze würde einen sehr großen Aufwand mit sich bringen, so dass auch dieser als eher unwahrscheinlich ausgeschlossen wird. Aufgrund der stattfindenden Erdarbeiten könnten Anschlusspunkte in die Keller verlegt werden (Fibre-To-The-Building), die dann jedoch an der Straße (Fibre-To-The-Curb) zusammengeführt werden müssten.

Die WVG hat bereits vor Jahren einen noch immer laufenden Vertrag mit Vodafone Kabel Deutschland abgeschlossen. Bis in die Verstärkerpunkte (in den Straßen) liegt im Wesentlichen bei unserem Kooperationspartner bereits ein Hybrid-Glasfaser-Koaxialnetz. In dieser Ausbaukonstellation sind Internetraten bis maximal 400 Mbit/Sekunde erreichbar. Laut Angaben auf der Homepage der Firma AEP Plückhan, die den Ausbau bei der WGG betreibt, werden dort Internetraten bis 100 Mbit/Sekunde angeboten. Vodafone Kabel Deutschland baut je nach Kundenwünschen das Netz weiter aus, so dass hohe Internetgeschwindigkeiten sukzessive bedarfskonform bereitgestellt werden.

Die Geschäftsführung der WVG weist darauf hin, dass die Signale aus dem Glasfasernetz umgewandelt werden müssten, sofern diese in der Wohnung ankommen. Dafür sind „optisch elektronische Wandler“ erforderlich, die jeweils nur an einer Stelle in der Wohnung gesetzt werden können. Die Wandler benötigen einerseits Strom, so dass hierdurch Betriebskosten in Höhe von jährlich rund 30,00 € zusätzlich entstehen; andererseits wären strukturierte Verkabelungen innerhalb der Wohnungen erforderlich, die entweder das optische Signal (dieses kann gegenwärtig in Ermangelung verfügbarer Endgeräte nur sehr stark eingeschränkt überhaupt genutzt werden) oder die elektronischen Signale (wie bereits jetzt) weiterleiten.

Bei den Übertragungsraten bestehen unabhängig von den verwendeten Leitungen Kapazitätsgrenzen. Bei Glasfaserleitungen können zukünftig maximal 10 GBit/Sekunde übertragen werden – genau wie im Hybrid-Glasfaser-Koaxialnetz. Trotz unterschiedlicher Materialien werden perspektivisch gleiche Leistungsdaten erzielbar sein.

In Neubauvorhaben und bei kompletten Gebäudemodernisxierungen setzt die Telekom bereits FTTH-Verkabelungen ein. Wir planen, die Erfahrungen der Mieter voraussichtlich in 2020 über Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Leitungsarten in einer vergleichenden Befragung zu erkunden, um die gegenwärtig lediglich gefühlten Vorteile eines Glasfasernetzes erfassen zu können. Bisher liegen keine empirischen Untersuchungen vor, aus denen sich tatsächliche Vorteile für die Endverbraucher eindeutig ableiten lassen.

Im Übrigen weist die WVG auf den Digitalatlas des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastrukturhin; demnach sind im Greifswalder Stadtgebiet schon jetzt zu über 95 % Breitbandverfügbarkeiten mit über 50 Mbit/s gegeben.

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