FDP Greifswald

Gigabit für Greifswalds Schulen.

Veröffentlicht am: 24.01.2018 — Von: David Wulff

Moderner Unterricht braucht moderne Infrastruktur.

Die Freien Demokraten Greifswald fordern eine Gigabit-Anbindung aller städtischen Schulen Greifswalds. Bevor wir weiterhin unsere Schulen mit modernster IT-Technik, wie Smartboards, Tablets und W-LAN ausstatten, müssen wir dafür sorgen, dass auch die Internetanbindung stimmt. Lange Ladezeiten sind gleichbedeutend mit Unterrichtsausfall.

Schulen sind der Hort der Zukunft. Hier sollen unsere Kinder auf die Herausforderungen des Lebens vorbereitet werden. Dazu gehört auch der Umgang mit digitalen Medien. Für modernen Unterricht muss den Lehrern auch der Einsatz moderner Lehrmethoden und interaktiver Medien, wie zum Beispiel Open-Education-Ressourcen möglich sein.

Die Stadt Neubrandenburg hat bereits ihre 30 städtischen Schulen mit Gigabit-Internet ausgestattet, wobei größere Schulen sogar mit 10 Gbit/s angeschlossen sind. Das ist auch in Greifswald möglich.

Wie aus einer kleinen Anfrage der Fraktion Bürgerliste/FDP hervorgeht, gibt es mehrere Möglichkeiten dieses Ziel zu erreichen.

Variante 1: Beauftragung eines externen Kommunikationsanbieters, wie z.B. die Deutsche Telekom oder ähnliche. Eine schnelle Internetrecherche ergibt hier folgende Kosten:

  • 1und1 Glasfaser für 595,-€/Monat + 2.500,-€ einmalige Anschlusskosten
  • Telekom Glasfaser für 999,-€/Monat

Es gibt aber weitere Anbieter, die Gigabit-Anschlüsse anbieten, die Preise gibts hier jedoch erst auf Anfrage.

Variante 2: Die Greifswalder Schulen könnten an das interne Verwaltungsnetz angeschlossen werden. Dort sind Geschwindigkeiten von 10 Gbit/s bereits jetzt vorhanden. Die Stadtverwaltung muss jedoch noch ihre eigene Leitung mit einer Gigabit Anbindung aufrüsten. Das hat ebenfalls den positiven Nebeneffekt, dass auch unsere Verwaltungsmitarbeiter künftig mit schnellem Internet arbeiten können, sowie das öffentliche Freifunk W-LAN der Stadt deutlich schneller ist. Jede Schule müsste dann noch für jeweils ca. 2.500,-€ neue Hardware erhalten und die Kosten für eventuelle Tiefbauarbeiten sind noch zu ermitteln.

Derzeitiger Zustand ist nicht hinnehmbar.

David Wulff, FDP-Vorsitzender

Aktuell verfügen unsere Schulen über Anschlüsse von 16 Mbit/s bis zu 50 Mbit/s. Die Stadt hat hier Verträge mit der Telekom im Rahmen des Programms t@school und zahlt für einen Anschluss mit 25 Mbit/s 14,95 €/Monat und für einen Anschluss mit 50 Mbit/s 29,95 Euro/Monat. Das ist für den städtischen Haushalt eine sehr kostengünstige Variante.

Eine 25 Mbit/s oder 50 Mbit/s Verbindung ist für einen normalen Greifswalder Haushalt eine übliche Anschlussgröße. Wohlgemerkt ein Haushalt mit vielleicht 4 Personen. Wenn dort alle gleichzeitig das Internet nutzen, ist das kaum zu merken.

Das Humboldt- und das Jahn-Gymnasium haben aber jeweils ca. 600 Schüler. Bei zwei Computer-Kabinetten mit jeweils ca. 15 Rechnern, einen weiteren PC Raum für Freizeit- bzw. Haushaufgabengestaltung und der üblichen Nutzung der Internetleitung durch die Schulverwaltung und Lehrer wird klar, dass eine klassische Internetanbindung für einen Privathaushalt nicht ansatzweise ausreichend ist.  

Wenn im Informatikunterricht alle Rechner gleichzeitig angeschaltet werden, dann ist das Netz bereits überlastet. Möchten jetzt andere Lehrer im eigenen Unterricht über das Internet vielleicht interaktive Karten im Geographie- oder Geschichtsunterricht nutzen, dann geht das schlichtweg nicht oder nur sehr langsam, weil bereits der Informatikkurs die Leitung belegt. 

Das Jahn-Gymnasium wurde in den letzten Jahren großzügig mit teuren Smartboards ausgestattet. Was bringt aber die tollste Hardware, wenn die Leitung voll ist?

Ein weiteres Problem betrifft das WLAN in den Schulen. Ein erheblicher Teil der Schüler besitzt heutzutage Smartphones. Die WLAN-Politik in den Schulen gestaltet sich aus verschiedenen Gründen unterschiedlich. Von komplett freien WLAN für die Schüler bis hin zu zeitlich begrenztem Zugang. Wenn nun 200 Schüler ihre Endgeräte (Smartphone, Tablet, Laptop) ins schulische WLAN einloggen und gleichzeitig eine 50 Mbit/s Leitung nutzen, dann ist das Netz überlastet. Die Übertragungsgeschwindigkeit ähnelt dann einem alten 56k-Modem. Selbst eine mögliche 100 Mbit/s Leitung wird das Problem nicht lösen.

Aus Sicht der Freien Demokraten ist eine moderne Glasfaserleitung mit symmetrischer 1-Gbit/s Anbindung für eine moderne Schule unerlässlich. 

Eine Glasfaseranbindung ist nur der erste grundlegende Schritt für die Schulen.

Mit einer schnellen Internetanbindung sind unsere Schulen noch lange nicht gerüstet für die Zukunft. Es müssen zwingend weitere Diskussionen und Fortschritte über die Notwendigkeit, den Inhalt und den Umfang schulischer Medienbildung stattfinden. Ganzheitliche Konzepte in der Medienbildung entlang der Bildungskette sind mit dem Land, den Schulträgern und vor allem den Lehrern zu entwickeln und umzusetzen. Der Umbau des Unterrichtsfaches Informatik, neue Lerninhalte und die  Mängel in der universitären Lehrerbildung und Lehrernachqualifizierung sind von zentraler Bedeutung.

Auf kommunaler Ebene muss ein Medienentwicklungsplan für die Schulen erstellt werden, der auch die jährliche Medienerneuerung bzw. Medienaufstockung gemäß der Budgetierung der Schulen gestaffelt nach Schulart im Haushalt festgelegt. Außerdem schiebt die Stadt Greifswald seit Jahren das Problem der EDV-Betreuung in den Schulen vor uns her. Zur Zeit ist ein Administrator für 1.200 Schulgeräte zuständig. Hier muss eine zuverlässige Lösung gefunden werden, die die Lehrer entlastet.

Als Träger der öffentlichen Schulen in Greifswald ist die Stadt für die Ausstattung der Schulen verantwortlich. Also muss die Stadt auch in die Modernisierung der Schulen investieren. Dafür setzen wir Freien Demokraten uns in der Bürgerschaft ein.

Links

Stadt Neubrandenburg zur Gigabit-Versorgung der Neubrandenburger Schulen.

Vollständige Anfrage und Antworten der Stadtverwaltung.

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