FDP Greifswald

Für den Zusammenschluss mit Wackerow

Veröffentlicht am: 27.08.2017 — Von: André Bleckmann

Ich würde mich freuen, wenn sich die Gemeinden Greifswald und Wackerow zusammenschließen. Viele Vorhaben sind gemeinsamer Natur. Sie lassen sich zusammen  einfacher und schneller lösen. Ein Zusammenschluss ist für beide Seiten von Vorteil.

Viele Greifswalder haben sich ihren Traum vom Eigenheim in den Umlandgemeinden verwirklicht, sind aber täglich in der Stadt. In Greifswald gehen sie zur Arbeit, zur Schule, zum Einkaufen, zum Arzt, zum Sport. Es gibt zahlreiche Pendler, die auf ein gutes Straßennetz, auf Fahrradwege und öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind. Gleichzeitig hält Greifswald aber auch eine Infrastruktur vor, die es als Stadt attraktiv macht, aber bezahlt werden muss. Wenn Greifswalder ins Umland ziehen, verliert die Stadt jedoch Einnahmen - zum Beispiel durch einen geringeren Anteil an der Einkommen- und Umsatzsteuer oder bei den Schlüsselzuweisungen des Landes. Durch einen Zusammenschluss profitiert also die Stadt durch einfachere Verfahren und mehr Einnahmen.

Finanziell lohnt sich der Zusammenschluss aber vor allem für Wackerow: Die enorm hohen Steuersätze in Wackerow sinken wieder auf ein normales Maß. Die Gemeinde befreit sich von ihrem Schuldenberg und wird wieder kreditwürdig. Investitionen können wieder getätigt werden. Es steht wieder Geld für Leistungen zur Verfügung, die das Leben in einer kleinen Gemeinde erst angenehm machen. Was bringt hingegen Wackerow eine eigenständige Gemeindevertretung, die aber für die Menschen vor Ort nichts machen kann, weil sie kein Geld hat?

Ich kann verstehen, wenn einige Einwohner von Wackerow eine Gemeindefusion trotz dieser Vorteile mit Sorge betrachten. Immerhin verliert man durch den Zusammenschluss die Eigenständigkeit, selbst wenn diese nur noch auf dem Papier steht. Mir selbst erschien die Grenze zwischen Greifswald und den Gemeinden des Umlandes allerdings immer als eine sehr künstliche Grenze. Für mich gehörte die Stadt und ihr Umland ohnehin stets zusammen. Die Greifswalder fahren nach Neuenkirchen zum Einkaufen und nach Lubmin an den Strand. Stadt und Universität besitzen Wald und Ackerfläche im Umland. Meine Frau und ich haben in der Kapelle Jarmshagen geheiratet. Die Beziehungen von Stadt und Umland sind eng und vielfältig. Es erscheint mir widersinnig, beides getrennt zu denken.

Die Zweifel der Wackerower, inwiefern sie nach einem Zusammenschluss noch gehört werden, müssen wir hingegen ernst nehmen. Mit einer Fusion von Greifswald und Wackerow werden wir über die Aufgaben der Ortsteile noch einmal neu nachdenken. Die Ortsteile müssen in der Stadt ein größeres Gewicht bekommen. Sie müssen umfassender in die Planungen einbezogen werden. Das ist gerade für die Ortsteile am Rand der Stadt wichtig. Es betrifft also nicht nur Wackerow, sondern beispielsweise auch Friedrichshagen, Eldena und Wieck.

Einige versuchen nun, die Ortsteile mit eigenen Finanzmitteln auszustatten und ihre politischen Vertretungen durch eigene Budgets aufzuwerten. Das Vorhaben ist gänzlich ungeeignet, die Zweifel der Wackerower zu beseitigen. Im Gegenteil, sie werden diese Zweifel eher mehren. Die Budgets sind lächerlich klein und bürokratisch sehr aufwendig. Sie haben nur symbolische Bedeutung. Ernsthaftes Mitspracherecht bei wichtigen Angelegenheiten ist aber entscheidend. Reine Symbolik kann das nicht ersetzen.